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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

18. Februar 2017
von Ute
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Schweig, mein dummes Herz!

Die vermeintlich einfachsten Worte sind oftmals die schwersten. Der Plan war genial, am Vormittag die Fotos fertigmachen, Mittagessen und dann am Nachmittag bereits mit diesen Zeilen fertig sein. Und dennoch fiel es mir schwer, wo doch jene magische Momente noch frisch im Gedächtnis sind und besonders gut zu Papier gleiten sollten. Mitnichten, wie ich in den letzten Stunden feststellen musste, denn das eigentliche Problem war: Wo fängt man da an? Beginne ich damit, wie ich grinsend in einem leeren Gästeblock stand? Oder wie ich vor der Partie ein ganz mieses Gefühl hatte? Oder doch lieber damit, dass es Momente gibt, die man aufsaugt wie ein Schwamm und für nichts auf der Welt hergeben möchte?

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Ich habe es sehen können. Den Glanz und die Leidenschaft in den Augen der Spieler, die Emotionen und die unbezähmbare Freude im Gästeblock, die weichen Knie, die nervenaufreibenden Eckbälle in den letzten Minuten. Mit einem miesen Bauchgefühl und einer Erkältung war ich bei miesem Nieselwetter in die Ostalb angereist und kehrte mit einem unbeschreiblichen Gefühl und einer tiefen Zufriedenheit in den Kessel zurück. Meine Stimme habe ich verloren, meine Nerven zweifelsohne auch, und vielleicht sogar ein klitzekleines bisschen meiner dauernden Zweifel. Hier und heute habe ich in Heidenheim etwas gespürt, was kein faktisches Datenblatt übermitteln kann: an solchen Tagen schlägt das Herz der Fankurve und der Mannschaft als eins.

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Nicht immer sind es die ganz großen Spiele, die in unseren Köpfen hängen bleiben, manchmal sind es eben auch die kleineren. Wer uns vor einem Jahr gesagt hätte, wir würden absteigen und uns beim Spiel in Heidenheim vor Freude schreiend und teilweise unter Tränen in den Armen liegen, man hätte ihm wohl gesagt, egal was er nimmt, er solle weniger davon nehmen. Der Weg ist noch weit, das dürfte allen Beteiligten klar sein, aber wir wissen, dass wir den Weg gemeinsam gehen. Dass ich selbst immer wieder die Spaßbremse bin, dessen bin ich mir bewusst. Ich gebe auch zu bedenken, dass wir trotz fünf Siegen in der vergangenen Saison abgestiegen sind. Aber dieses Mal fühlt es sich anders an.
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15. Februar 2017
von Ute
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Um jeden Preis

Der dänische Schriftsteller Søren Kierkegaard hat einmal gesagt, dass man das Leben nur rückwärts verstehen kann, leben jedoch müsse man es vorwärts. Wisst ihr noch, wie weit entfernt uns die Rückkehr zum Guten vorkam, als wir einst in Wolfsburg mit hängenden Köpfen das Stadion verließen? In Tränen versinken wollte ich nicht, also redete ich mir ein, dass man jetzt nicht weiß, wozu das alles gut gewesen sein soll. Einige von uns hat der Abstieg gelassener gemacht, einige von uns entdeckten ihre Liebe zum Verein auf eine ganz neue Weise, doch das wohl wichtigste ist, dass es uns allen bewiesen hat, dass es irgendwie immer weiter geht.

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Kaum jemand mag es wirklich gerne aussprechen: eigentlich ist die zweite Liga gar nicht so blöd, wie wir alle gedacht haben. Ohne jeden Zweifel, die Anstoßzeiten sind mies, die Kartenkontigente oftmals sehr klein und das Budget für den Aufbau einer schlagkräftigen Mannschaft begrenzt. Doch andersrum betrachtet, haben wir schon zum jetzigen Zeitpunkt das Beste aus der Situation gemacht, die Leute kommen ins Stadion, der Gästeblock bei Auswärtsspielen ist in der Regel proppenvoll und gewinnen tut der VfB auch noch öfter als je zuvor. Ich will nicht sagen, man könne sich daran gewöhnen, aber ich will sagen, dass es – ungeachtet dessen, wie im Mai die Saison zu Ende geht – eine Erfahrung war.

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Aber machen wir uns nichts vor: das Ziel lautet eindeutig „sofortiger Wiederaufstieg“. Was uns danach erwartet, daran mögen die meisten noch keinen Gedanken verschwenken, sie leben im hier und jetzt, denken von Spiel zu Spiel. Etwas anderes bleibt uns ohnehin nicht übrig. Oder etwa doch? Es kommt nicht von ungefähr, dass mich oft zerfahrene Gedanken lange festhalten, die mich grübeln lassen, was wohl passiert wenn…, die mich zweifeln lassen, dass es gut ausgehen kann. In meinem Kopf sehe ich bereits schon jetzt die Bilder von unserer gemeinsamer Aufstiegsfeier. Aber laut aussprechen will ich es nicht. Noch nicht. Dafür kann noch zu viel passieren.
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11. Februar 2017
von Ute
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Zurück an der Spitze

Minutenlang schallte es durchs Stadion, immer und immer wieder, mit jeder Runde deutlicher, lauter, begeisterter. Außenstehende mögen uns Größenwahn und Hochmut vorwerfen, doch aus unseren Kehlen vernahm man nichts anderes als die Melodien einer längst vergangenen Zeit. „Wenn du mich fragst, wer Meister wird, dann sage ich zu dir, das können nur die Schwaben sein, die Jungs vom VfB“ – nach allem, was wir in den letzten Jahren durchgemacht haben, tat das verdammt gut. Auch ich sang jene Zeilen mit, ungeachtet der Tatsache, dass man in der gesamten Cannstatter Kurve vermutlich keinen größeren Pessimisten als mich finden wird.

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Ein Lied, selten genug gehört, so banal, aber es fühlte sich verdammt gut an. Wenig später prangte das Ergebnis auf der Anzeigetafel über unseren Köpfen, der VfB war zurück an der Tabellenspitze. Dass der Weg noch weit ist und die Tabelle nur eine Momentaufnahme, dessen sind wir uns bewusst, ebenso wie wir uns der Tatsache im Klaren sind, dass es innerhalb von zwei, drei Spielen wieder ganz anders auszusehen vermag. Ein Grund mehr, die Momentaufnahme zu genießen und der Dinge zu harren, die da noch kommen.

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Ich genoss jene Augenblicke nach dem Abpfiff, diese Glücksgefühle sind nicht mehr so selten, wie sie es noch vor einem Jahr gewesen sind. Genau ein Jahr zuvor, am 19. Spieltag der vergangenen Saison 2015/2016, ahnten wir noch nichts davon, was kommen würde: der VfB gewann deutlich in Frankfurt und fand sich gar noch eine Woche später für eine Nacht auf der ersten Tabellenhälfte wieder und war vermeintlich aller Abstiegssorgen ledig. Heute wissen wir es besser und nehmen keinen Sieg mehr für selbstverständlich. Nunja, meistens jedenfalls.
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4. Februar 2017
von Ute
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Späte Erlösung

„Ich werde zu alt für diesen Scheiß“ murmelte ich und fiel nahezu komatös ins Bett. Fast 24 Stunden war ich nun auf den Beinen, jeder einzelne Kilometer, jede einzelne Minute steckte mir in den Knochen und ließ mich binnen weniger Minuten einschlafen. Gefühlt waren wir die letzten VfB-Fans, die sich auf den weiten Weg nach Hamburg gemacht haben, die einzigen, die sich mit dem Spiel nicht ganz zufrieden zeigten, waren wir jedoch nicht.

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Es gibt noch einiges zu tun für Hannes Wolf und sein Team, das wird er vermutlich auch selber wissen – da kann nicht einmal die Tatsache darüber hinweg täuschen, dass es zumindest erfolgreich war. Genau darauf kommt es am Ende an. Oder…? Ist es nicht egal, wie die Punkte gesammelt werden, solange sie uns letztlich weiterhelfen? Eine Rechnung, die nicht zwangsläufig aufgehen muss, denn vielmehr als ein extatischer Jubel fünf Minuten vor dem Ende, der uns zum Auswärtssieg verhalt, ist von unserer 24-Stunden-Tour in den Norden Deutschlands nicht übrig geblieben.

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Eigentlich hatte ich ja gedacht, man würde keine lächelnden Gesichter bei Instagram, Facebook und Co. sehen, als der VfB vor einigen Wochen noch im Trainingslager in Lagos verweilte und sich auf die Rückrunde vorbereitete, die ohne jeden Zweifel alles abverlangen würde. Jammern sollten sie, auf dass die Trainingseinheiten an einem jeden Tag an den Kräften zehren und die Mannschaft zu dem verhelfen, was wir alle herbeisehnen, den Aufstieg im Mai 2017.
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31. Dezember 2016
von Ute
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Das war mein Jahr 2016

Bin ich die Einzige, die sich fragt, wo nur die ganze Zeit hin ist? Viel ist passiert in diesem Jahr und ehe wir uns versahen, ist es nun schon wieder vorbei. Heute Abend verabschieden wir uns vom Jahr 2016, das für die meisten meiner Stammleserschaft nur unter einem Stichwort zu verbuchen ist: vorbei ist jenes Jahr, in dem der VfB abgestiegen war. Uns alle hat das viel Kraft und Nerven gekostet, doch haben wir nun auch an Zuversicht und neuer Hoffnung gewonnen. Für mich persönlich gab es allerdings noch mehr: ich bin Tante geworden und habe im Alter von 30 Jahren noch meinen Führerschein gemacht.

jahreszahl_2016
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