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Unterwegs aus Liebe zum VfB Stuttgart

5. Dezember 2016
von Ute
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Eiskalte Chancenverwertung

Meine Nase hatte ich tief in den Schal vergraben, als ich mich entspannt auf einem der noch immer von Schneereif bedeckten Wellenbrechern abstütze. Ein Mal schnaufte ich tief durch, die Gläser meiner Brille beschlugen und für einen Moment konnte ich die Leute nicht sehen, die sich an mir vorbei nach draußen drängte. Meine Füße fühlten sich komplett gefroren an, aber ein Ende war bereits in Sicht. Schon bald würde ich im warmen Auto sitzen, den Laptop auf meinem Schoß aufklappen und mich an die Arbeit machen, hunderte Bilder zu sichten. Mit einem Schmunzeln schaute ich minutenlang in den malerischen Sonnenuntergang und dachte mir: „Was für ein tolles Wochenende“.

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Von den drei letzten Spielen der Hinrunde galt Aue schon im Vorfeld als das vermutlich machbarste. Dass am Ende bei weiterhin eisigen Temperaturen ein 0:4 auf der winzig kleinen Anzeigetafel neben der Heimkurve stand, hatte dabei jedoch viel weniger mit der haushohen Überlegenheit zu tun, die auch den Sieg in dieser Höhe rechtfertigt hätten, es war viel mehr die Kombination der Auer Harmlosigkeit und einer Kaltschnäuzigkeit unserer Jungs, die wir schon lange nicht mehr so erleben durften.

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Das Lächeln ist zurück im Ländle, und auch wenn das Spiel des VfB noch nicht frei von Fehlern und erst recht nicht von Sorgen ist, so fühlt es sich toll an. Ganz unabhängig, ob am Montagabend, an dem diese Zeilen noch entstehen, der erste Tabellenplatz noch Bestand haben wird oder nicht. Dass der Weg zum Aufstieg noch lang ist, dürfte jedem hinlänglich bewusst sein, es hatte beinahe schon etwas ironisches, als die Sonne hinter dem Erzgebirgsstadion unterging und der Gästeblock skandierte „Keiner wird es wagen, keiner wird es wagen, unsren VfB zu schlagen“.
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30. November 2016
von Ute
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Stück für Stück

„Komm schon, Mädchen, du hast schon Schlimmeres durchgestanden als das hier“ sprach meine innere Stimme zu mir, und so presste ich meine Lippen zusammen, vergrub sie in meinem Schal und versuchte zu ignorieren, dass von meinen Füßen die Kälte nach oben stieg. Es gab schon Schlimmeres. Wer erinnert sich nicht auch an jenes Heimspiel gegen Hoffenheim vor gut sieben Jahren, als man bei -17 Grad in der Kurve stand und allenfalls das Spiel für warme Gemüter sorgte.

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Schmunzelnd sagte ich noch vor der Partie, dass einst die Partie mit 3:1 für den VfB endete. Ha, das fand ich beinahe selbst amüsant. Denn wirklich daran glauben konnte ich nicht. Aber konnte ich das denn jemals? Ausgerechnet Nürnberg, jene, die ohnehin nicht zu unseren besten Freunden zählen, spätestens seit dem Pokalfinale 2007. Gegen das dumpfe Gefühl in meinem Bauch konnte selbst der illustre Blick auf die Tabelle nichts ändern. Zwar konnten wir Braunschweig an diesem Spieltag nicht mehr überholen, doch wir konnten ihnen erneut auf die Pelle rücken.

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Schon jetzt war ich erschöpft und müde, dabei hatte ich nur den halben Tag im Geschäft verbracht. Völlig aus der Puste erreichte ich die Kurve, denn mein Weg führte mich diesmal nicht aus Richtung des Cannstatter Bahnhofs, sondern aus Richtung Untertürkheimer Kurve, denn ich war beim „VfB Influencer Day“ dabei und eilte eine gute Dreiviertelstunde vor dem Anpfiff herbei, mit einem Stück Kuchen in der Hand und einem hochroten Gesicht.
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27. November 2016
von Ute
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Ganz nah dran beim VfB-Kabinenfest

„Hey Ute, wie du vielleicht weißt, ist am 23. November das Kabinenfest. Hast du Bock?“ – in genau diesem Augenblick wird mein Kumpel Philip schon gewusst haben, wie überflüssig diese Frage war. Natürlich hatte ich! Tausende Fans haben sich beworben oder ihr Glück über die diverse Gewinnspiele versucht, vermutlich wäre ich ohne diesen Anruf keine davon gewesen, denn beim Kabinenfest waren Felix und ich noch nie. Bis zu diesem Tag, andem mir mein weitreichendes VfB-Netzwerk ein weiteres Mal nützlich war.

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Ohne dieses „Ich kenn da wen, der jemanden kennt“ hätten wir vermutlich einen entspannten Abend auf der Couch verbracht, doch so war es natürlich umso besser. Vor gut zwei Wochen sprach ich mit meinem Kumpel Philip, den ich von den zahlreichen Twitter-Stammtischen kenne, die wichtigsten Fakten am Telefon durch. Datum check. Uhrzeit check. Kameras check. Essen und Trinken check. Und auf Tuchfühlung mit fast der gesamten Mannschaft: check. Für solche Gelegenheiten und Begegnungen bin ich wahrhaft dankbar.

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Zum ersten Mal hatte der Veranstalter, die Mercedes-Benz Bank ein paar Leute aus den sozialen Netzwerken mit ins Boot geholt zu den glücklichen VfB-Fans, denen die Losfee hold gewesen war. Für gut 100 Leute findet seit 2014 das Kabinenfest statt, mit Tischkickern, FIFA auf der Playstation, Tipp Kick, Torwandschießen und Vielem mehr. So viele Dinge in Verbindung mit dem VfB haben sich unwiderruflich in mein Gedächtnis gebrannt, die amüsante und beeindruckende Erfahrung, unser erstes Kabinenfest mit der Kamera hautnah begleiten zu dürfen, gehört mit Sicherheit dazu.
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21. November 2016
von Ute
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Insgesamt zu wenig

Es war einfach zu wenig. Zu wenig von Vielem. Zu wenig Konsequenz. Zu wenig Durchschlagskraft. Zu wenig Wille. Zu wenig Konzentration. Zu wenig Tore. Zu wenig Punkte. Man könnte fast sagen „Luxusprobleme“. Mein Papa sagte mir am Abend, als wir auch Berlin zurückgekehrt waren: „Ganz schön weite Reise für nur einen Punkt“. Ich schaute ihn an, runzelte kurz die Stirn und entgegnete: „Wir sind schon weiter gefahren für weniger“. Bedenkt man die Vielzahl der Möglichkeiten, die sich den Eisernen am Ende der Partie noch geboten hatten, sollten wir zufrieden sein, mit einem Punkt heimzufahren. Aber wir sind es nicht.

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Nicht alle Emotionen lassen sich am Ende eines Spiels leicht einordnen. Wir alle kennen diese beschwingte Freude, das breite Grinsen und das Adrenalin nach einem Sieg, und wir alle kennen auch diesen dumpfen Frust, das innere Grollen und die Enttäuschung nach einer Niederlage. Doch wohin genau mit einem Unentschieden? Die Antwort darauf wird wohl jeder selbst finden müssen. Bei mir pendelt es je nach Gedankengang zwischen „Das hätten wir auch gut noch verlieren können“ und dem Wissen, dass uns ein einziger Fehler und mangelnde Konsequenz um den Sieg gebracht haben.

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Die Tabellenführung wäre es gewesen. Ein ganz neues, ungewohntes Gefühl, wenn man die persönliche Befriedigung, was den VfB angeht, nicht durch gewonnene Spiele im Abstiegskampf erfährt, sondern plötzlich am oberen Ende der Tabelle neuen Mut schöpft und auch – ohne es wirklich zu wollen – eine neue Erwartungshaltung aufbaut. Es hätte mehr drin sein müssen in Berlin, ohne jede Frage, denn unser Anspruch muss es sein, jedes einzelne Spiel zu gewinnen. Doch war das wirklich zu erwarten? Auch das wird sich jeder Einzelne selbst fragen müssen.
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8. November 2016
von Ute
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Dreifach hält besser

Wenn ich euch in gut sechs Monaten danach frage, was von der (am Ende hoffentlich einzigen) Zweitligasaison des VfB übrig geblieben ist, werdet ihr alle mir sicherlich einiges zu erzählen haben. Zwar steht uns die Winterpause noch bevor, doch wer erinnert sich am Ende nicht gerne an das ausverkaufte Neckarstadion zum ersten Heimspiel gegen St. Pauli, die fast 15.000 Verrückten in Kaiserslautern und das erhabene Gefühl des Derbysiegs in Karlsruhe. Von diesem Heimspiel gegen Bielefeld wird vermutlich nicht viel hängen bleiben. Zumindest nicht bei jedem von uns.

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Ich liebe ja solche kleinen und großen Geschichten abseits des Platzes. Noch Jahre später erzähle ich mit einem Lächeln davon, wie das damals so war, als ich mit akuter Bronchitis zum Auswärtsspiel nach Köln fuhr, wie eine 15-Stunden-Busfahrt nach Kopenhagen zu einem der coolsten Ausflüge wurde und wie mir mein Kumpel Sascha vor dem Fürth-Heimspiel voller Überzeugung sagte, Carlos Mané würde zwei Tore schießen, was er nach nur vier Minuten schon erfüllt hatte.

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Fußball ist dabei so viel mehr als nur die Summe von Spielergebnissen und reinen Statistiken. Es ist die Geschichte von bedingungsloser Liebe, von ehrlichen Freundschaften und wahren Emotionen, die uns Woche für Woche antreibt, ins Stadion zu gehen und unsere Zeit, unser Geld und nicht zuletzt unsere Nerven zu opfern. Wir tun das, weil wir in all dem einen Sinn sehen, der uns selbst in Zeiten des Frusts immer wieder anzutreiben vermag. Und manchmal, geht unsere Liebe zum VfB noch weiter: manch einen bringt sie dazu, sich auf hanebüchene Wetten einzulassen.
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